Freitag, 26. April 2019

Dauerhaft sicher verbinden - Sikaflex®-252i


Sat-Anlage, Solarmodule oder Zusatzhalterungen - ambitionierte Selbermacher optimieren gerne ihr Freizeitfahrzeug mit Zubehör. Dauerhafte Verbindungen ohne Löcher in der Fahrzeugoberfläche lassen sich mit Sikaflex®-252i, dem reaktionsstarken Klebstoff schaffen. Neben der richtigen Vorbehandlung der Haftflächen ist die Schichtdicke ein wichtiger Faktor für die perfekte Klebeverbindung.

Vorbehandlung

Das Reinigen gehört zu den wichtigsten Arbeitsschritten in der Klebetechnik. Die Haftfläche muss sauber, trocken, staub- und fettfrei sowie frei von nicht tragenden Schichten (Lackreste, Rost usw.) sein. Die Vorbehandlung mit Sika® Haftreinigern bewirkt gleichzeitig eine Reinigung und Aktivierung der Oberfläche. Damit kann die Haftung auf glatten, nicht saugenden Untergründen deutlich verbessert werden. Es ist darauf zu achten, dass das Reinigungspapier (keine Stofflappen!) oft gewechselt wird, um den Schmutz wirklich zu entfernen statt nur gleichmäßig zu verteilen. Wichtig! Immer nur einmal und in eine Richtung wischen. Danach das Reinigungspapier wechseln. Bei starken Verschmutzungen ist vorab eine Grobreinigung mit reinen Lösungsmitteln (Sika® Cleaner P, Sika® Remover-208) vorzunehmen. Keine Nitroverdünner oder Siliconentferner verwenden, da diese nicht komplett fettfrei sind.

Achtung bei der Vorbehandlung:

Auf saugenden Untergründen darf zur Vorbehandlung weder Lösungsmittel noch ein Sika® Haftreiniger verwendet werden. Nicht abgelüftete Lösungsmittel stören den Durchhärtungsmechanismus der Kleb- und Dichtstoffe. Ebenfalls muss unbedingt beachtet werden, dass Alkohol die Durchhärtung der Kleb- und Dichtstoffe verhindern kann.

Bei neuen, lackierten Oberflächen sollte zur besseren Haftung
der Lack leicht angeraut werden.

Primern (Voranstrich):

Bestimmte Untergründe benötigen als Haftvermittler einen Primer. Primer werden dünn und deckend aufgetragen. Eine Tabelle mit den Vorbehandlungsschritten für die unterschiedlichen Oberflächen gibt es hier: 200er Vorbehandlungstabelle


Achten Sie darauf: 
  • dass die geprimerten Flächen auch mit den Klebeflächen übereinstimmen. 
  • dass der passende Primer auf der richtigen Werkstoffoberfläche benutzt wird. 
  • dass der Primer vor der Verklebung vollkommen trocken und ausgehärtet ist, d.h. Ablüftzeit beachten. 
  • dass pigmentierte Primer gut aufgeschüttelt werden müssen. 
  • dass die Primer sofort nach Gebrauch wieder verschlossen werden.

Dauerhaft sicher verbinden

Verklebungen und Dichtungen sind zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Thermische Belastungen durch unterschiedliche Ausdehnung bei Temperaturwechsel der zusammengefügten Bauteile (z. B. GFK Dach und Aluminiumplatte der Sat-Anlage) oder mechanische Belastungen (z. B. Windruck auf dem ausgefahrenen Parabolspiegel). Deshalb ist die richtige Dimensionierung der Klebeschicht ein wichtiger Faktor für eine belastbare Verbindung.

Quelle: Sika Deutschland GmbH


Undichtigkeiten, Spannungen in den Bauteilen und andere Probleme lassen sich bereits im Vorfeld durch die richtige Verklebung ausschließen. Mit einem ganz einfachen Trick wird der Klebstoff in der richtigen Dimension aufgetragen und kann seine Funktionen so voll entfalten. Die Spitze der Düse wird einfach in Form eines Dreiecks zugeschnitten. So wird der Klebstoff in Form einer Dreiecksraupe aufgetragen, was eine gleichmäßig dimensionierte Schichtdicke des Klebstoffs gewährleistet. Außerdem werden dadurch Lücken in der Kleberaupe, ein nicht ausreichender Ausgleich von Fügeteiltoleranzen oder zu dünne Schichtdicken vermieden. Wichtig: die Klebepistole beim Auftragen senkrecht halten, damit die Kleberaupe eine gleichmäßige Schichtdicke behält.

Die Experten von Sika empfehlen bei Klebeverbindungen, von zum Beispiel Solarhaltespoilern oder Halteplatten von Sat-Anlagen, eine Schichtdicke von 2 bis 4 Millimetern nach dem Verpressen der Fügeteile. Bei höherer Schichtdicke als vier Millimetern ist die richtige Durchtrocknung nicht gewährleistet, bei weniger als zwei Millimetern kann es durch thermische Ausdehnung zu Rissen in der Verklebung kommen. 

Quelle: Sika Deutschland GmbH

Sinnvoll ist es, bei größeren Klebearbeiten Distanzplatten zu verwenden, die im Klebebett eingebunden werden. Bewährt haben sich Kunststoffplättchen oder Kunststoff-Unterlegscheiben in der gewünschten Endhöhe der Schichtstärke.

Quelle: Sika Deutschland GmbH

Richtig aushärten lassen

Für die Aushärtung wird Luftfeuchtigkeit benötigt. Für ein optimales Klebeergebnis bei Arbeiten mit Sikaflex®-252i sind deshalb neben einer gleichmäßigen Umgebungstemperatur ausreichend Luftfeuchtigkeit wichtig. Bei niedriger Temperatur ist der Wassergehalt der Luft geringer und die Aushärtung verläuft etwas langsamer.



Die Verarbeitungstemperatur darf 10 °C nicht unter- bzw. 35 °C nicht überschreiten. Nach Angaben der Klebeexperten von Sika liegt die optimale Temperatur von Material und Werkstoff zwischen 15 °C und 25 °C bei 50% relativer Luftfeuchte.

Abglätten der Kanten

Nach dem Verpressen austretender Klebstoff muss gleich entfernt werden, bevor der Kleber mit der Luftfeuchtigkeit aushärtet. Sind die Kanten vorher ordentlich abgeklebt, lässt sich der überschüssige Klebstoff leicht mit einem Spachtel entfernen und die Oberfläche mit dem angefeuchteten Finger glatt streichen.

Gleichmäßige Schichtdicke


Mit dem angefeuchteten Finger die Klebekante abglätten

Bis zum Ende der Aushärtungszeit sollte das Fahrzeug nicht bewegt werden.
Nach erfolgter Hautbildung kann Sikaflex®-252i überlackiert werden. Die Lackverträglichkeit muss durch Vorversuche überprüft werden. Geeignet sind in der Regel Lacke auf 1KPUR-und 2K-Acrylat-Basis. Ölhaltige Lacke sind ungeeignet. Bitte beachten: Härte und Filmdicke des Lackes den Klebstoff in seiner Dehnung beeinträchtigen und Risse im Lack entstehen können.