Freitag, 15. Juli 2016

Batterieladung trifft EURO 6


Besitzer von Neufahrzeugen, die der EURO 6 Abgasnorm entsprechen, stellen oftmals fest, dass die Bordbatterien trotz langer Wegstrecken nicht vollgeladen sind. Das liegt daran, dass die Lichtmaschine bei einem Erreichen eines gewissen Spannungsniveaus der Starterbatterie die Leistung stark reduziert – und somit auch die Ladung der Bordbatterie/n einstellt.

Simulierter Verbraucher

Damit sich die Lichtmaschine nicht abschaltet, muss ein hoher Stromverbraucher zugeschaltet werden. Aber wer will zum Beispiel im Sommer mit eingeschalteter Sitzheizung fahren? Genau hier setzen speziell dafür konzipierte Batteriebooster wie der Ladebooster oder das BCB-Kombigerät von Büttner Elektronik an.  Durch die Jahrzehnte lange Erfahrung der Entwickler, konnte die gravierende Änderungen durch die EURO 6 Norm bei der Ladung von Bordbatterien mit in die Produkte einfließen. Der komplexe Vorgang, der in den Geräten abläuft lässt sich vereinfacht so erklären: Der Booster kontrolliert den Ladezustand der Bordbatterie und "simuliert" der Lichtmaschine so lange einen eingeschalteten hohen Verbraucher, bis die Bordbatterie/n voll aufgeladen sind. 


Das Booster-Prinzip

Während der Fahrt werden im Reisemobil die Bordbatterien von der Lichtmaschine parallel zur Startbatterie geladen. Es handelt sich also nicht um einen eigenen separaten Ladekreis – und hierin liegt das eigentliche Problem bei dieser Ladung. Die Bordbatterie wird nämlich vom Aufbauhersteller einfach an das Stromsystem des Basisfahrzeuges angeklemmt. Ein Trennrelais verbindet bei laufendem Motor beide Systeme und trennt sie bei abgestelltem Motor. Dadurch wird die Bordbatterie während der Fahrt geladen und verhindert, dass während der Standzeiten die Startbatterie von den Verbrauchern an Bord entladen wird.
Beim Nachladen der Bordbatterie können bei dieser Ladestrategie allerdings zwei Probleme auftreten. Zum Einen werden im Campingalltag beide Batteriesysteme unterschiedlich tief entladen. Die Bordbatterie nämlich um ein vielfaches mehr als die »unbenutzte« Starterbatterie. Durch das Zusammenschalten beider Batteriesysteme nach dem Motorstart, erhält die Lichtmaschine zwar das Signal zur Ladung – die fast volle Starterbatterie verhindert aber einen hohen Ladestrom, welchen die Bordbatterie zur Vollladung dringend benötigt.

Das andere Problem sind die langen Leitungswege. Während die Startbatterie zumeist in Nähe der Lichtmaschine verbaut ist, sind die Bordbatterien da untergebracht, wo sich gerade ein freier Platz angeboten hat. Verkabelt wird dann erfahrungsgemäß mit gerade ausreichendem Kabelquerschnitt und somit wird eine optimale Nachladung durch den entstehenden Spannungsabfall zusätzlich eingeschränkt.

Genau hier setzt die Ladestrategie des Lade-Booster an. Er wird in die Ladeleitung zwischen Start- und Bordbatterie eingebaut und ist dafür zuständig, dass die optimale Ladung vom vorderen Ladekreis abgenommen und an die Bordbatterie/n weitergeleitet wird. Einfach ausgedrückt signalisiert der Booster dem Regler der Lichtmaschine, dass die Batterien noch nicht voll sind und weiter mit hoher Leistung geladen werden muss. Je nach Batterietyp wird zudem die Ladespannung auch noch angehoben und eventuell vorhandene Spannungsverluste komplett ausgeglichen.


Wichtig: IUoU Ladestrategie?

Es gibt Lade-Booster, die mit einer einfachen IU-Kennlinie arbeiten. Bei solchen Geräten kann es bei längeren Überlandfahrten zu einer Überladung kommen. Grundsätzlich sollte die Ladestrategie genau auf den vorhandenen Batterietyp abgestimmt sein. Aus diesem Grund arbeiten die MT Lade-Booster von Büttner Elektronik mit einer IUoU-Kennlinie wie sie auch bei hochwertigen Ladegeräten üblich sein sollte. Somit ist unabhängig vom Betriebszustand und der Länge der Fahrt
immer gewährleistet, das optimal geladen und vor allem vollgeladen wird.

Unterstützt durch Lade-Booster volle Batteriekapazität am Stellplatz

Optimale Ladung und Überwachung

Alle Büttner MT Lade-Booster werden in Deutschland entwickelt und gebaut. Alle Produkte sind ganz speziell auf den Einsatz im Reisemobil abgestimmt. Der Batterietyp – AGM, Gel oder Standard-Säure – kann am Booster eingestellt werden. Die Booster sind zusätzlich mit einem Batterie-Temperatur-Sensor ausgerüstet. Eine ganz wichtige Komponente, denn es misst die Batterietemperatur, damit die Ladelektronik auch AGM und Gelbatterien mit der optimalen Kennlinie aufladen kann.
So ist immer die richtige Ladekennline garantiert – unabhängig von Klimazone oder Einbausituation.
Über Sensorleitungen werden auch die jeweiligen Batteriespannungen gemessen. Sollte wider Erwarten die Starterbatterie hohen Verbrauch anmelden, wird die Ladung der Bordbatterie schrittweise reduziert aber sofort wieder angepasst wenn genug Power zur Verfügung steht. Alle MT Lade-Booster sind mit einem Anzeigepanel ausgerüstet, das abnehmbar ist und als Fernanzeige eingesetzt werden kann. Außerdem haben die Konstrukteure bei Büttner Elektronik gleich noch einen drehzahlgesteuerten Lüfter integriert, der auch bei ungünstigen Einbausituationen für ausreichende Kühlung der Elektronik sorgt.

Fazit: Wer zwischen kurzen Aufenthalten immer wieder neuen Zielen entgegen fährt wird mit der Unterstützung eines Lade-Boosters auf dem nächsten Stellplatz wieder volle Kapazität
in der Bordbatterie haben.


Freitag, 1. Juli 2016

Mit 100 schneller an den Urlaubsort


Zwischen schier endlosen LKW-Kolonnen auf der Autobahn in den Urlaub schleichen, oder flott daran vorbei – hier entscheidet die runde Plakette am Anhänger mit der magischen Zahl 100. Für die Tempo 100-Regelung müssen allerdings ganz genau definierte Bedingungen erfüllt sein.

Die Vorrausetzungen

Mit der Tempo 100 Regelung ist unter Einhaltung der Bestimmungen ein freier Tausch zwischen Zugfahrzeug und dafür zugelassenem Caravan/Anhänger möglich.

Für gebremste Caravan gelten folgende Voraussetzungen, für deren Einhaltung der Fahrzeugführer verantwortlich ist:

  • Das Zugfahrzeug darf maximal eine zulässige Gesamtmasse von 3,5 t besitzen und muss mit ABS ausgerüstet sein.
  • Der Anhänger muss mit hydraulischen Achsstoßdämpfern ausgerüstet, sowie mit Reifen versehen sein, die mindestens einen Geschwindigkeitsindex von L = 120 km/h haben und jünger als 6 Jahre sind.
  • Die größtmögliche Stützlast des Gespannes ist auszunutzen. Obergrenze ist in jedem Fall der kleinere Wert von Anhänger oder Zugfahrzeug.
  • Bei einem bestimmten Leergewicht des Zugfahrzeugs dürfen bei Vorliegen folgender technischer Voraussetzungen gebremste Caravans mit 100 km/h auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen gezogen werden:
  • Caravan mit Stabilisierungseinrichtung und amtlicher Plakette: Gesamtgewicht Caravan ≤ 1,0 x Leergewicht/Zugfahrzeug
  • Caravan ohne Stabilisierungseinrichtung ≤ 0,8 x Leergewicht/Zugfahrzeug


Bei allen Veränderungen, die dazu führen, dass den Anforderungen nicht mehr entsprochen wird, darf nur max. 80 km/h gefahren werden.
Für die Zulassung des Caravan/Anhängers auf Tempo 100 werden eine Bestätigung des TÜV über die Einhaltung der Auflagen benötigt. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, nimmt das Straßenverkehrsamt eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere vor und eine Tempo 100 Plakette zur Anbringung an Caravan oder Anhänger wird ausgehändigt. Nur mit dieser Plakette sichtbar am Heck darf auch tatsächlich Tempo 100 gefahren werden.

Jeder Anhänger, der mit Tempo 100 auf Autobahn
oder Kraftfahrstraße bewegt wird, muss die amtliche Plakette tragen.

Auch wenn Zugfahrzeug und Anhänger die Vorraussetzungen erfüllen: Die Tempo-100-Regelung gilt nur für dafür zugelassene Gespanne auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen. Auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften gilt für Pkw mit Anhänger und Lkw bis 3,5 t Gesamtgewicht mit Anhänger nach wie vor Tempo 80. Für sonstige Kraftfahrzeuge mit Anhänger wie z. B. Wohnmobile mit Anhänger gilt 60 km/h.

Eigentlich schade um die Reifen

Caravans werden oftmals nur vom Heimatort zum Urlaubsziel und zurück bewegt. In der Regel haben die Reifen deshalb auch nach vielen Jahren noch genügend Profil. Wer aber Tempo 100 fahren möchte, muss die Reifen nach 6 Jahren tauschen. Auf den Stellplätzen sind die Reifen ständig der UV-Strahlung ausgesetzt. Sie trocknen dabei regelrecht aus, was gut erkennbar ist an Rissen in Reifenflanke und Profil. Ebenso verursachen längere Standzeiten auf einer Stelle des Reifens Abplattungen. Diese Alterungserscheinungen können ebenso wie Schäden an den Reifen, zum Beispiel durch das Überfahren von Bordsteinkanten, schnell zur Ursache für Separationsschäden werden, bei denen sich die Profildecke vom Reifen ablöst. Ein weiterer Punkt ist der richtige Luftdruck der Reifen. Alleine durch die natürliche Diffusion der Luftmoleküle durch das Gummi verliert dieser ca. 0,2 bar in 10 Wochen. Weil ein Caravanreifen meist eine sehr viel höhere Schwungmasse seitlich abstützen muss als der eines Pkw, sind Kontrolle und Einhaltung des richtigen Luftdrucks sowie die Überprüfung des Reifenalters noch viel wichtiger.

Wichtig beim Neukauf ist, dass keine Ladenhüter aufgezogen werden. Deshalb ist beim Reifenkauf auf das Herstellungsdatum zu achten.

Reifenkennzeichnung durch den Hersteller


Die vierstellige DOT-Nummer am Reifen (roter Pfeil) zeigt das Herstellungsdatum mit Produktionswoche und Jahr. Bei obigem Beispiel bedeutet die DOT-Nummer 1214: 12. Woche 2014.

Wichtiger Wert: die Stützlast

Ein wichtiger Wert im Caravangespann ist die Stützlast von Zugfahrzeug und Caravan. Der § 44 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) besagt: Mit einer Stützlast von mindestens vier Prozent (oder mindestens 25 kg) seines aktuellen Gewichts muss der Anhänger auf die Kupplung des Zugfahrzeugs drücken.

Die Stützlast darf die jeweiligen Maximalbelastungen von Anhängerkupplung und Zugdeichsel nicht überschreiten. Für das Gespann gilt immer der niedrigere der beiden Werte (sind es z. B. beim Caravan 100 kg und beim Zugfahrzeug 75 kg, dann gelten die 75 kg Stützlast).

Wer eine Sicherheitskupplung wie die AKS von AL-KO oder die WS3000 von Winterhoff an seinem Anhänger verbaut hat, wird feststellen, dass durch richtige Beladung und vollständig ausgereizte Stützlast, das Gespann stabiler und ruhiger läuft.

Bei richtiger Beladung und voller Stützlast erzielt
die Sicherheitskupplung ihre beste Wirkung.